Anfang März fand der Fachtag „Mit schwerer Behinderung leben – von Brückenbauern, Stadt-Eroberern und Sich-Einmischern“ vom Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (BVKM) in Berlin statt. Mit von der Partie war auch der Verein Lebens(t)raum, der während der Tagung sein Modell „WG Lebenstraum inklusive – selbstorganisiertes Leben“ vorstellte. Insgesamt wurden 14 interessante Projekte präsentiert, die zeigen, wie Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen und ihre Familien am Leben in den Städten und Gemeinden teilnehmen. Die verschiedenen Konzepte kamen aus den Bereichen Wohnen, Freizeit, Arbeit, Bildung und Sport.

 

Lebens(t)raum stellt Projekt „Wohngemeinschaft Lebens(t)raum inklusive“ vor BVKM Berlin

 

Der Verein Lebens(t)raum, vertreten durch Vorstandsmitglied Anke Tschenker sowie den Bereichs-Leiter für selbst organisiertes Wohnen Maik Sturde, gaben vor zahlreichen Gästen aus ganz Deutschland Auskunft über das Wohnprojekt "Lebens(t)raum inklusive" als selbstorganisiertes Wohnen.

 

Ziel war und ist es für Menschen mit einer Behinderung und hohem Unterstützungsbedarf eine sich selbst-organisierende und selbst-bestimmende Wohngemeinschaft anzubieten. Damit wird nicht nur die gesellschaftliche Teilhabe gefördert, sondern auch die Lebensqualität deutlich gesteigert.

 

Beschwerlicher Weg bis zu den ersten WGs

 

Frau Tschenker und Herr Sturde, Leiter des Modell-Projekts, präsentierten den Gästen der BVKM-Tagung den beschwerlichen Weg bis zur Realisierung der beiden Wohngemeinschaften, in denen mittlerweile 15 körperlich wie geistlich behinderte Menschen ihr Leben verbringen.

 

Neben der geeigneten Wohnraumsuche war die größte Hürde die Finanzierung der Betreuung. Zum Beginn des Projekts wurde die Betreuung der WG-Bewohner nur von „Aktion Mensch“, dem persönlichen Budget der Bewohner sowie durch Zuzahlungen der Eltern finanziert.

 

Land Sachsen-Anhalt jetzt gefordert

WG klein

 

Nach langjährigen Verhandlungen schaffte der Verein Lebens(t)raum im Jahr 2017 das Modellprojekt Wohnen (MPW) bis zum Jahr 2022 über die Sozialagentur Sachsen-Anhalt zu finanzieren. Danach hoffen wir, dass das Land Sachsen-Anhalt endlich gesetzlich die Finanzierung solcher WG-Projekte umsetzt und somit den Weg politisch wie gesellschaftlich für weitere Wohngemeinschaften in unserem Bundesland frei macht.

 

Der Dienst „Selbst Organisiertes Wohnen“ (SOW) des Vereins ist weiter aktiv, um neue Angebote für Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderung in Halle entstehen zu lassen.